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5. Tag: In den Bergen fühlen wir uns wohl. Das Kaukasusdorf Ehen.

Nach einer guten Nacht in den alten, fast schon historischen Zimmern unserer Gastgeber, besprachen wir bei einem wunderbaren Frühstück mit speziellem Omelett und frischem Joghurt den Tagesablauf. Es standen gleich drei Mikroprojekte auf dem Programm. Zum einen wollten wir uns den durch Viehtritt und Beweidung angeschlagenen Erosionsflächen rund um Ehen widmen und einige Bereiche kartieren. Des Weiteren standen ein spannendes Projekt zur Erkundung von Hausgärten und fortlaufende Bodenproben an unterschiedlichen Standorten auf dem Programm.

Zur Unterstützung und zum generellen Austausch wurde unser Team nach dem Frühstück von Yusuf und Mahir, zwei Angestellte des lokalen Erosionsmanagementprogramms begleitet. Die Gruppe von nun 14 Leuten machte sich also am Vormittag auf zu den nah über dem Dorf gelegenen Gullys

(Erosionsform in steilem Gelände).

Durch die Unterstützung und das lokale Expertenwissen von Elmadin, Yusuf, Mahir und Hanns Kirchmeir konnten die Mikroprojekte erfolgreich durchgeführt und viele Informationen und Praxiserfahrung an die Studierenden weitergegeben werden. Spannend war es zu sehen, wie mit relativ geringen Mitteln Maßnahmen installiert wurden, um Geröllfracht abzulagern und die Wassergeschwindigkeit zu verringern.

Nach einem grandiosen Mittagessen und der ausführlichen Verabschiedung mit vielen Danksagungen und der Überreichung von unseren Mitbringseln, machten wir uns dann zuerst zu Fuß auf den Weg Richtung Lahic. Auf dem Weg hinunter wollten wir uns noch weitere Erosionsflächen und Maßnahmen anschauen und eine Vegetationsanalyse in nicht beweidetem Gebiet durchführen.

Auf ca. halbem Weg sammelte uns wieder der ukrainische Bus, der normalerweise als Krankenwagen in der Region eingesetzt wird, ein und brachte uns nach Lahic. Zur Freude der Studierenden diesmal sogar mit Hanns Kirchmeir an Bord.

In Lahic war es dann allen freigestellt in den traditionellen Handwerksläden und Marktständchen herumzustöbern und einzukaufen. Welch eine Freude.

Zum Abschluss unseres recht kurzen Aufenthalts in Lahic folgten wir der Einladung des Bürgermeisters, gemeinsam mit ihm das neue Kommunikationszentrum mit Handels- und Bildungsmöglichkeiten zu besuchen.

Als alle wieder beisammen waren, fuhren wir die teils spektakuläre Bergstraße wieder hinab und ein gutes Stück Richtung Westen nach Talistan, um unserem nächsten Ziel Georgien schon ein Stückchen näher zu kommen.

Gegen Abend angekommen, genossen wir alle die wohltuende und erfrischende Dusche in den Badezimmern des neuen und modernen „Forest Resort Talistan“. Wohl alle spürten jedoch die hohe Intensität der Sonne des Tages und begaben sich bald nach dem Abendessen ins Bett.

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4. Tag Mingachevir – Lahic – Ehen

Heute starteten wir den Tag mit einem Frühstücksbuffet im Hotel. Unser Guide für die nächsten Tage, Herr Elmadin, führte uns danach sogleich zum Mingachevir Stausee und berichtete über einige Details zum Stausee und dessen Umgebung. Im Anschluss besuchten wir kurz den lokalen Markt, wo Herr Elmadin uns Gemüse, Obst, Käse und Brot für das Mittagessen spendierte.

Am Vormittag führten wir wiederum eine Biomasseerhebung und eine Bodenprobe in der Salzsteppe durch. Zuvor wurde uns das Bewässerungs- und Drainagesystem für die örtliche Landwirtschaft an einem passenden Standort ausführlich erklärt.

Nach dem exzellenten Mittagsmahl in einer lauschigen Gaststätte mit einem (beinahe) Freiluft-WC ging es Richtung Lahic weiter.

Die ca. 150 Kilometer waren äußerst interessant, die Landschaft verwandelte sich vom trockenen Tiefland in sanft geschwungenes Gebirgsvorland, an Obstplantagen vorbei und schließlich in eine grandiose Bergwelt. Die letzte Strecke bis Lahic war schon sehr abenteuerlich, aber was uns danach erwartete, war einmalig: Unsere Koffer wurden in einem ukrainischen UAZ-452-Bus verladen … und nach einem kurzen Spaziergang durch Lahic …  auch wir! Dr. Kirchmeir zog es vor, zu seinem Freund und Arbeitspartner Elmadin, in einem nagelneuen VW Tiguan zu steigen.

In Ehen wurden wir von einem Begrüßungskomitee in Empfang genommen und zu unserer Unterkunft geführt. Nach der Unterbringung unseres Gepäcks besichtigten wir die Versuchsfläche für den Erosionsschutz des Dorfes. Um 19:30 Uhr wurden wir von den DorfbewohnerInnen zum Abendessen eingeladen. Während des ausgiebigen schmackhaften Essens wurde ein Toast nach dem anderen ausgesprochen und dazu reichlich “weißer Tee” gereicht. Wir ließen den Abend in fröhlicher Runde ausklingen und freuen uns bereits auf den morgigen Tag.

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3. Tag Bibi Heybat Moschee, Qobustan und Schlammvulkane

Nachdem schon einige von uns die ersten Verdauungsbeschwerden während der Nacht hatten, holte uns bereits um 8 Uhr Herr Natiq mit Sack und Pack vom Hotel ab. Nach einer kurzen Busfahrt stadtauswärts, vorbei am erdölverarbeitenden Industriegebiet von Baku, besuchten wir die Bibi Heybat Moschee. Bevor wir uns in die Moschee begeben durften, mussten verschiedene Rituale ausgeführt werden: Schuhe ausziehen, Schultern und Knie bedecken und alle Frauen durften die Moschee nur mit Kopftuch betreten.

Im Anschluss sollte gefrühstückt werden. Herr Natiq besorgte unser Frühstück schon morgens ganz frisch am Markt, sogar Maulbeeren aus seinem Garten brachte er uns mit. Dann war es gar nicht so einfach für 11 hungrige ExkursionsteilnehmerInnen ein geeignetes Picknickplätzchen zu finden. Gestärkt vom vorzüglichen Brunch unter einer Weinlaube machten wir uns auf den Weg nach Qobustan, ins Petroglyph Museum.

Nach einer interessanten Führung mit Herrn Natiq durch das Museum, zeigte er uns auch noch die zahlreichen Höhlen mit den Felsmalereien im Außengelände. Nicht nur Frau Prof. von Elverfeldt schwelgte im siebten “Geomorphologie-Himmel” als sie die Wabenverwitterung entdeckte, auch wir StudentInnen fanden diese Form der Verwitterung sehr beeindruckend.

Gleich in der Nähe erwartete uns das Highlight des Tages: die Schlammvulkane. Die recht rumpelige Busfahrt hinauf, endete vorläufig neben einem natürlichen Erdölsee, aus dem Elisabeth gleich ganz “professionell” eine Probe entnahm.

65 Prozent aller Schlammvulkane befinden sich in Aserbaidschan. Einige davon konnten wir erklimmen und faszinierend beobachten.

Den Halbwüsten-Standort nahe der Schlammvulkane nutzten wir, um ein Bodenprofil zu entnehmen und eine Biomasseerhebung durchzuführen. Von Herrn Natiq mussten wir uns anschließend schweren Herzens verabschieden und machten uns auf den Weg nach Mingecevir, wo wir unsere nächste Nacht verbringen werden.

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2. Tag Baku

Noch durch die Zeitumstellung schwer gerädert, sind wir mehr oder weniger alle aus dem Bett rechtzeitig aufgekommen, um uns gemeinsam mit einem Frühstück zu stärken. (Immerhin stellt für uns der Ortswechsel eine Zeitumstellung um zwei Stunden dar.)

Nach dem Frühstück begann dann unsere Stadtbesichtigung mit unserem lokalen Führer, Herrn Natiq, einem Freund von Herrn Dr. Kirchmeir. Es startete mit einzelnen architektonischen Schwerpunkten an Gebäuden. Danach besuchten wir den Maidentower, das Symbol der Stadt Baku. Nach längerem Anstehen schafften wir es in diesen mehrfach wiedererrichteten Turm. An der Spitze angekommen, schossen wir noch ein Gruppenphoto, wo sich wieder ein bekanntes Symbol der Stadt Baku im Hintergrund auftat, die Flame Towers.

Nach weiteren Informationen über das Kaspische Meer machten wir unsere wohlverdiente Mittagspause bei einem Kebab-Stand. Gestärkt starteten wir dann mit dem Vergleich von drei öffentlichen Räumen in das erste studentische Mikroprojekt. Untersucht wurden Räume in den drei Kategorien: Verkehr, Grünflächen und Sehenswürdigkeiten.

Später fuhren wir dann mit der Metro ins Heydar Aliyev Center, wo das Leben des früheren Präsidenten und des Vaters des jetzigen Präsidenten der Republik Azerbaijan aufbereitet wurde. Mit dem Ende der Museumsführung war dann auch der offizielle Teil unseres Tagesprogramms beendet und wir gingen in den privaten Teil unseres noch frühen Abends über…

 

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1. Tag Baku

Da wir heute noch unseren – wohlverdienten – freien Tag haben, bevor morgen das dichte Programm startet, hier erst einmal nur unkommentiert einige Eindrücke von Baku. Eine tolle Stadt voller Widersprüche.

Nach der zuvor erwähnten turbulenten Anreise mit dem Umweg über Odessa nach Baku waren wir erst um circa 0600 a.m. im Hotel angekommen. Dementsprechend ging der Vormittag bei vielen von uns eigentlich “schlafend” vorüber. Um die Mittagszeit begannen wir dann mit unserer ersten Erkundung der uns noch unbekannten Stadt Baku und der Suche nach einem kleinen Frühstück. Um 1400 war dann unser nächster Treffpunkt im Hotel vereinbart, um noch organisatorisches über die Unterkunft und den weiteren Tagesablauf zu klären. Anschließend erkundeten wir wieder selbstständig in Kleingruppen die Stadt. Dabei hatten wir zufällig alle ein Ziel klar vor Augen – die Strandpromenade mit der größeren Parkanlage “Milli Park”. Dort trafen alle Kleingruppen aufeinander. Dies war uns natürlich ein Selfie wert…

Nach unserem Aufeinandertreffen gingen wir erstmals wieder getrennte Wege bis wir uns um 1800 im Hotel Old Baku erneut versammelten um gemeinsam Abendessen zu gehen. Herr Dr. Kirchmeir führte uns ins Restaurant ZamZam. Dort erlebten wir wahrlich einen Gaumenschmaus, der uns die lokale Küche näherbrachte. Das Essen ging wortwörtlich über “Herz und Nieren” oder in unserem Fall über “Leber und Nieren”.

 

 

 

 

 

 

 

Was wir nicht mehr schafften zu essen, bekamen unsere vierbeinigen Mitesser…

Als Abschluss unseres eindrucksvollen ersten Tages besuchten wir eine Bar auf der Dachterrasse nahe unserer Unterkunft und konnten von diesem Ort aus noch die bekannten “Flame Towers” mit ihrem Farbenspiel an deren Gebäudehülle bewundern.

Video vom Farbenspiel der Flametowers: (Link zum Anklicken) IMG_3296

Gespannt erwarten wir nun den nächsten Morgen unserer Exkursion.

 

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Ein langer Flug

 

Impressionen von einem Flug, der deutlich länger gedauert hat als geplant, weil wir aufgrund eines medizinischen Notfalls nach Odessa zurückfliegen mussten. In Baku sind wir dann mit fast vier Stunden Verspätung um 4 Uhr morgens Ortszeit angekommen.

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Und das Abenteuer beginnt abenteuerlich…

… nachdem einige von uns schon im Vorfeld verunfallt sind und deswegen nicht dabei sein können, bleibt es auch am Flughafen aufregend: Vier von acht Personen sind Opfer der Überbuchung geworden – mit Pech ist dann erst einmal in Kiew Schluss mit der Reise. Also bitte: Daumen halten, dass wir heute Nacht alle gemeinsam in Baku ankommen!

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… Wien, mein Wien…

… jetzt heißt es Geduld haben… Warten auf den Check-In (und die KommilitonInnen) …

Abflug!

Heute geht’s los! Wir sind unterwegs gen Wien-Schwechat, wo sich die meisten schon heute treffen, um über Kiew nach Baku zu fliegen. Auch wenn wir weniger sind als ursprünglich geplant: wir freuen uns, das wird ganz sicher eine supertolle Zeit!