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13. Tag Genozid Museum & Nationalmuseum

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel, machten wir uns auf den Weg Armeniens Hauptstadt Jerewan zu erkunden. Zu erst besuchten wir den Denkmalkomplex „Zizernakaberd“ (was soviel bedeutet wie „Schwalbenburg“), welches zum Gedenken der armenischen Opfer des Völkermordes 1915 erbaut wurde. Das Denkmal befindet sich auf einem gleichnamigen Hügel im Westen der Stadt, von dem aus man eine wunderbare Aussicht auf den ruhenden Vulkan Ararat hat. Neben dem Denkmal gibt es außerdem ein Museum über den Genozid 1915.

Das Denkmal besteht aus kreisförmig angereihten, massiven dunkelgrauen Steinblöcken. In der Mitte befindet sich ein ewig brennendes Feuer. Am jährlichen Gedenktag am 24. April versammeln sich zahlreiche Menschen an dem Denkmal, um den Opfern zu gedenken. Auch als wir dort waren, gab es viele BesucherInnen, die bunte Blumen in einem Halbkreis um das leuchtende Feuer gelegt haben. Außerdem besuchte der Tadschikistanische Präsident mit militärischer Ehrenparade den Denkmalkomplex.

Bei vielen von uns kam eine beklemmende, eigenartige Stimmung auf. Das brennende Feuer, theatralische Musik und die frischen Blumen vermittelten beinahe das Gefühl, als wären die Ereignisse erst vor 20 Jahren passiert. Wir konnten spüren, wie das Leiden nach wie vor präsent ist und viel zu wenig aufgearbeitet wurde. Als dann zusätzlich ein türkisches Militärflugzeug am Himmel zu sehen waren, diskutierten wir über die Bedeutung von Krieg, Friede und Sicherheit.

Um unsere gedrückte Stimmung aufzuhellen, wählten wir zum Mittagessen ein nettes Lokal, zentral gelegen an den Cascaden. Nach der Mittagspause teilten wir uns in Kleingruppen auf, um erneut die Mikroprojekte an den öffentlichen Räumen Jerewans durchzuführen.

Am Nachmittag besuchten wir noch das Armenische Nationalmuseum, welches sich am Republic Square befindet. Hier konnten wir die ereignisreiche Vergangenheit Armeniens bestaunen. Durch die Lage im Transitraum des Großen Kaukasus sind in Armenien seit langer Zeit viele kulturelle Einflüsse und territoriale Auseinandersetzungen vorhanden.